29. April 2014, NP, Gestiefelter Kater genießt Alterssitz auf Müllerhemden

Zeitungsausschnitt Neue Presse Gestiefelter Kater genießt Alterssitz auf Müllerhemden
Mit viel Liebe und Musik: Tolle Premiere im Figurentheaterhaus

Der gestiefelte Kater ist schlau. Und schlau inszeniert ist auch die neue Produktion des Figurentheaters Marmelock: "Das Geheimnis des roten Katers" feierte jetzt im Figurentheaterhaus Theatrio Premiere.

Die Geschichte um den Kater Louis wird frei nach dem klassischen Märchen der Gebrüder Grimm erzählt: Die königliche Hausdame Plumeau findet in einem Schrank den alten Kater Louis. Für ihn ist es das "größte Glück, zwischen den Müllerhemden zu schlafen". Nämlich den Hemden genau jenes Müllersohns, dem der Kater listig zur Ehe mit der Prinzessin Limone verholfen hat. Denn Louis war und ist der gestiefelte Kater, dessen Geschichte nun erzählt wird.

Regisseur Christian Schweiger schafft es in einem durchdachter Wechsel aus Gesprächen zwischen Plumeau und Louis einerseits und Szenen mit Kater, Müllersohn Hans, König, Prinzessin Limone und Zauberer andererseits ein verständliches Stück auf die Bühne zu bringen. Der Rhythmus ist schlau gewählt, so dass schon Kinder gut folgen können – dabei hilft auch so etwas wie die plakative Ankündigung der Plumeau: "Jetzt steuern wir auf den Höhepunkt der Geschichte zu. Die Begegnung mit dem Zauberer."

Britt Wolfgramm haucht den Figuren mit viel Hingabe und erkennbarem Spaß Leben ein – einzig bei der Ansprache an das Publikum könnte sie stärker auf die Kinder eingehen. Das Bühnenbild von Christian Schweiger mit dem Schrank und einer Reihe Müllerhemden ergänzt das engagierte Spiel und beeindruckt durch liebevolle Details. So finden sich auf den Rückseiten der Hemden Zeichnungen der Orte,an denen die Handlung gerade spielt – zum Beispiel die Mühle, ein Apfelbaum oder Sonne und Wolken.
In das Gesamtbild fügen sich Schweigers Puppen und vor allem die Musik ein, die der hannoversche Musiker Wolfgang Stute für jede Figur individuell komponiert und mit Gitarre eingespielt hat.
Zum Schluss gibt es für die Inszenierung im vollbesetzten Theatrio von den kleinen und großen Zuschauern den langen Applaus. Verdient. 5 Sterne
(Artikel von Sönke Lill)

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